INTEGRA START II - Beschäftigte mit Migrationshintergrund als Fach- und Führungskräftepotential im Mittelstand Osthessens

Branche

Metall- und Elektroindustrie


Projektdurchführung

Rübsam Weiterbildungszentrum GmbH & Co KG

Washingtonallee 13 - 17
36041 Fulda

 


Laufzeit

01.09.2016 - 31.08.2019


Durchführungsorte

  • Fulda

Handlungsfeld

  • Aufbau von Personalentwicklungsstrukturen

Projektschwerpunkte

  • Aufbau überbetrieblicher Weiterbildungsstrukturen/-netzwerke
  • Konzepte zur Qualifizierung von Menschen mit Migrationshintergrund
  • Qualifizierung von Schlüsselpersonen zu Weiterbildungsmultiplikatoren im Betrieb

Kurzbeschreibung des Projekts

Angesichts der stark wachsenden Zahl ausländischer Fachkräfte mit z.T. guter fachlicher Ausbildung in Osthessen zielte das Konzept darauf, geeigneten Persönlichkeiten eine berufliche Perspektive in Leitungsfunktionen anzubieten und ihnen v.a. Methoden wertschätzender Führung zu vermitteln. Sie wurden befähigt, als aufsteigende Führungskräfte eigene Kompetenzen für ein selbstgesteuertes, systemisches und strategisches Personalmanagement für ihren Wirkungsbereich zu entwickeln. Wesentlich am Projekt waren auch deutsche Führungskräfte beteiligt, die im wertschätzenden Umgang mit ausländischen Mitarbeitenden und Fachkräften geschult wurden und selbst Wissen und Erfahrungen vermittelten. Es wurden 446 in- und ausländische Fach- und Führungskräfte geschult. Schon bis 2019 wurden in beschleunigter Weise Handlungskompetenzen entwickelt, die ein erfolgreiches Arbeiten mit zufriedenen, motivierten Beschäftigten, vermehrt mit Migrationshintergrund ermöglichten.

Das Projekt bestand aus linearen Aktivitätssträngen im Hinblick auf die Qualifizierung von (angehenden) Führungskräften in den Unternehmen sowie Querschnittsaktivitäten, die u.a. mit einem flankierenden Sozialpartnerdialog und der Umsetzung von ESF-relevanten Querschnittsthemen zu tun hatten. Wichtige lineare Aktivitätsstränge und Qualifizierungsthemen waren: 

  • Zyklus 1: Die Rolle der Führungskräfte im Unternehmen als Fachanleiter*in, Kompetenz- und Talentemanager*in, Laufbahnplaner*in, Coach*in und Berater*in, Unternehmer*in im Unternehmen, Integrationsbegleiter*in, innerbetrieblicher Prozessmanager*in. „Talentschmiede“ (Assessment Center, Workshops, Prozessschulungen in verschiedenen Niederlassungen, Querschnittsthemen der Gesellschaften der Group, Projektunterstützung bei Aufgaben des Vorstandes etc.)
  • Zyklus 2: Innerbetriebliches Wissensmanagement und Vorbereitung auf einen interethnischen und intergenerativen Nachfolgeplan auf Schlüsselpositionen im Unternehmen Coaching von 50 Führungskräften (25 mittelfristig ausscheidende und 25 nachfolgende) im Hinblick auf Übergabe-Übernahme-Management im Unternehmen, vorwiegend auf Schlüsselpositionen im mittleren Führungskräftesegment. Durchführung Workshops – gemischte Gruppen Führungskräfte und Nachfolger*in/neue Mitarbeitende (Themen: Querschnittsthemen des beruflichen Alltags, Kommunikation mit Mitarbeitenden und Vorgesetzten, Kalkulation und betriebswirtschaftliche Aspekte, Organisationsstruktur – KAIZEN etc.)
  • Zyklus 3: Querschnittsaufgaben für die Führungskraft im Unternehmen im Hinblick auf Geschlechtergerechtigkeit, Chancengleichheit/Antirassismus und Nachhaltige Entwicklung. Erarbeitung einer Belehrung des AGG – im Onboarding verankert wurden und wird durch neue Mitarbeitende gegengezeichnet
  • Zyklus 4: Sozialpartnerschaft und Tarifwesen – Gute Arbeit auch für Mitarbeitende und Führungskräfte mit Migrationshintergrund. Insbesondere spielten folgende Aspekte eine Rolle: Familiengerechte Arbeitszeitmodelle, Karriereplanungen für Frauen, auch in „Männerberufen“, Rekrutierungsmethoden im Zuge von Berufsorientierung und Berufsausbildung, Rolle von Betriebsräten. Arbeitszeitumstellung seit 01.01.2019 (Anschreiben Vorstand), weitere Arbeitsgruppen erarbeiteten neue Strategien für höhere Arbeitgeberattraktivität und familiengerechten Modellen, wie z.B. höher werdender Anteil von pflegebedürftigen Elternteilen unserer Mitarbeitenden (Prädikat: familiengerechtes Unternehmen wird angestrebt, Projektgruppe: Personal unter Leitung Michael Wolff (Niederlassungsleiter R+S solutions Fulda)

Die vier Zyklen bildeten eine wesentliche Grundlage dafür, (angehende) Führungskräfte mit Migrationshintergrund zu befähigen, systemisch und strategisch beim Personalmanagement mit MA, die auch einen Migrationshintergrund haben, vorzugehen.

Fazit:

Der Projektverlauf in der Gesamtschau ist qualitativ als sehr gut zu beurteilen. Betriebsintern sind die Kompetenzen der teilnehmenden Führungskräfte
in den folgenden Bereichen besonders entwickelt und ausgebaut worden:

  • Interkulturelle Kommunikation
  • Toleranzentwicklung, Vorurteilsabbau
  • Weiterbildungsplanungskompetenz (Insbesondere auch bei den Lotsen, die    phasenweise auch Projektteilnehmer waren außerhalb ihrer
    Lotsentätigkeit)
  • Talentemanagement im Betrieb
  • Übergabe- und Übernahmemanagement
  • Nachwuchsentwicklung für angehende Führungskräfte mit Migrationshintergrund
  • Entwicklung von Lehr- und Lernformaten für Training on the Job (z.B.Bild-Wörterbücher)
  • Identifizierung von Talenten im Hinblick auf die Teilnahme an modularen Nachqualifizierungen (außerhalb dieses Projektes) in Zusammenarbeit mit
    der IHK Fulda und der HWK Kassel mit der Option auf Teilnahme an der Externenprüfung zum Erwerb eines anerkannten Berufsabschlusses

Insgesamt hat die Förderung dazu beigetragen, dass innerbetrieblich angestrebte Ziele sehr viel schneller erreicht werden konnten, mit einer größeren
Themenvielfalt als gedacht und mit Beteiligung von mehr Beschäftigten, als dies ohne die Förderung möglich gewesen wäre. Zusätzlichkeitskriterien
für den Einsatz der ESF-Mittel sind eingehalten worden, das Projekt hat sich insgesamt für alle Beteiligten gelohnt.