MIGRA vital: Der vitale Betrieb - Chancengleichheit in Unternehmen mit hohem Migrationsanteil

Branche

Hotel- und Gaststättengewerbe


Projektdurchführung

hiba impulse gmbh

Neue Kantstraße 10
14057 Berlin

Projektleitung:

Volker Derlicki (Hoga-Expert)
Oliver Jentsch (MIGRA vital)


Laufzeit

01.09.2016 - 31.08.2019


Durchführungsorte

  • Berlin

Handlungsfeld

  • Aufbau von Personalentwicklungsstrukturen

Kurzbeschreibung des Projekts


Die meisten Mitgliedsunternehmer im Verband türkischer Unternehmer und Handwerker, der als Dachverband seit 2005 politisch die Interessen der Unternehmerschaft mit Migrationshintergrund in Berlin wahrnimmt, haben selbst einen Migrationshintergrund. Der Anteil der Beschäftigten mit Migrationshintergrund liegt bei 70 %, ca. 30 % sind deutsche Beschäftigte. Der Altersdurchschnitt liegt bei 30 Jahren. 70 % sind männliche, 30 % sind weibliche Beschäftigte. Viele (ca. 40 %) der Beschäftigten sind an- oder ungelernt. Etwa 25 % der Beschäftigten sind über 50 Jahre. Nur 15 % der Beschäftigten nahmen in den letzten Jahren an betrieblich organisierten Weiterbildungen teil. 20 % der Arbeitsplätze, wie auch 20 % der Ausbildungsplätze sind vakant. Die Unternehmen haben sich zu etablierten und engagierten Akteuren der genannten Branchen entwickelt. Sie sind aktuell Arbeitgeber und Ausbildungsbetriebe und damit Leistungsträger in Berlin. Um jedoch der Dynamik der Entwicklung Berlins und den sich aktuell ergebenden Anforderungen an Arbeitgeber und Ausbildungsbetriebe gerecht zu werden, zeigt sich bei allen Unternehmen ein hoher Bedarf an Personalentwicklungskompetenz, die bisher nur sporadisch im Fokus der Inhaber stand. Es ergibt sich ein hoher Nachholbedarf hinsichtlich der Entwicklung einer Weiterbildungskultur und –struktur, der Qualifizierung von Mitarbeitenden in den mittleren und unteren Führungsebenen, der Frauenförderung, was ohne politische und auch öffentliche Unterstützung kaum umzusetzen ist. Meister, Ausbildende, Teamleiter etc. benötigen als Führungskräfte zusätzliche Kompetenzen, die sie befähigen, strategisch adäquat zu planen, ihr Personal- und Fachkräftemanagement selbst zu steuern, Karrieren und Laufbahnen zu gestalten, gesundheitskompetent zu führen, gender-, age- und diversitygerecht zu agieren. Mit dem Konzept würde beispielhaft aufgezeigt werden können, wie Menschen mit Migrationshintergrund als potentielle Fach- und Führungskräfte die wirtschaftliche Entwicklung in Berlin noch besser unterstützen können, insbesondere unter dem Aspekt der Teilhabe, gleicher Chancen und Aufstiegsmöglichkeiten, für Jüngere und Ältere, Frauen und Männer. Gleichzeitig würden auch sozialpartnerschaftliche Aspekte verstärkt sensibilisiert, wie z. B. die Stärkung der Tarifbindung. Politisch für Berlin wird absolutes Neuland betreten, deshalb werden 17.760 TN-Stunden projiziert auf 240 TN, mit höherer, aber notwendiger TN-Intensität für jede/-n Einzelne/-n.

Der konzeptionelle Ansatz der Antragsteller fußt auf der These, dass in der Berliner Wirtschaft Beschäftigte mit Migrationshintergrund ein weiter ausbaufähiges Fachkräftepotential darstellen. Beispielhaft für den Einzelhandel und für die HoGa Branche soll es gelingen, 240 Führungskräfte (mit und ohne Migrationshintergrund) in den Unternehmen über gezielte Trainings und Coachings zu befähigen, mit wertschätzender Führungskompetenz, Attraktivitätsentwicklung und gezielter Mitarbeiterbindung das Personal- und Fachkräftemanagement eigenverantwortlich in systemischer und strategischer Weise selbst in die Hand zu nehmen und so Beschäftigung zu sichern. Insbesondere zielt das Konzept auf die Ressource der Frauen mit Migrationshintergrund, die sehr zur Unternehmensentwicklung beitragen, vielfach jedoch gehemmt sind hinsichtlich ihrer eigenen beruflichen Entwicklungsperspektiven in Richtung Führungspositionen. Die entstandenen Beispiele sollen Vorbild sein für viele andere Unternehmen.

Link zum Projekt